Hallo Peter, bitte stell Dich doch unseren Lesern kurz vor. Wer bist Du und wie bist Du zum Bowling gekommen?

Ich heiße Peter Neumann und trainiere seit 1995 Jugendliche und Erwachsene Bowler und Bowlerrinnen. Ursprünglich spielte ich Fußball und war in diesem Bereich ebenfalls lizensierter Fußballtrainer. Mit solch einer Fußballtruppe gingen wir bowlen und meldeten uns in der Hausliga an. Dort machten wir stimmungsmäßig alle nieder und schmetterten den Ball nur nach vorne. Wie es halt Fußballer so machen… Als mein Sohn so um die fünf Jahre alt war, absolvierte ich meinen ersten Bowling-Trainerschein als Sportwart im Verein und begann in Kaiserslautern die Jugend aufzubauen. Heute spielt mein Sohn mit 26 Jahren ein sauberes Zweihandbowling und ärgert sich nach wie vor über einen stehengebliebenen 10er.

Du hast ja vor einiger Zeit angefangen als Bowlingtrainer zu arbeiten. Wie ist es dazu gekommen?

Das ist schon einige Zeit her. 2002 erhielt ich meinen B- Schein und bin momentan in der Ausbildung zum A-Trainer. Prüfung ist hier im November 2017. Das Bowling College Impact besteht seit 2014.

Der Ursprung meines Trainerantriebes liegt darin, einen Sport richtig zu erlernen und es anderen Sportlern und Sportlerinnen auch kompetent und korrekt weiter zu geben. Alle die es möchten, sollen unterstützt und fachgerecht in hoher Qualität angeleitet werden. Das ist mein Anspruch.

Welche Mannschaften trainierst Du und wie läuft es?

Ich bin Bundestrainer des Gehörlosen-Sportverbandes und kümmere mich derzeit um den Aufbau einer Damenmannschaft.

Momentan unterstütze ich aber auch regelmäßig den Verein „Superbowl Dinslaken“ und den „GSV Oberhausen“. Wenn es Wege und Zeit zulassen auch den „Gehörlosen-Sportverein Osnabrück“.

Zusätzlich betreue ich auch einige Sportler in Trainingseinheiten und gebe Workshops und/oder Seminare.

Was sind Deine Pläne für die nächste Zeit und was möchtest Du noch erreichen?

Ich arbeite mit allen Beteiligten daran in den mir anvertrauten Bereichen besser zu werden. Jeder sollte das Gefühl haben, dass es bergauf geht und sich nicht beirren lassen in seinem Weg der Entwicklung. Hier sehe ich meinen größten Ansatz.

Der Aufbau einer funktionierenden Damen-Nationalmannschaft steht natürlich im Fokus. Dazu die Integration und Erfahrung der Gehörlosensportler in den WBU-Betrieb, der enorm wichtig für die Sportler dort ist. In Dinslaken möchte ich den Verein in seiner sportlichen Entwicklung unterstützen und mit dafür Sorge tragen, dass einige höheren Ligen angepeilt werden können. Dies ist für die weite Vielfalt der Menschen wichtig, um den unterschiedlichen Wünschen, Ansprüchen und Leistungsklassen gerecht werden zu können.

Zudem ist mir offener Umgang ohne jegliche Diskriminierung jeglicher Art äußerst wichtig. Alle Sportler und Sportlerinnen sollten Sport als Spaß verstehen, gleichzeitig aber auch mit Motivation, Arbeit und Ausdauer an der Sache dran sein.

Bowling ist in Deutschland ja leider immer noch eine Randsportart. Wie glaubst Du, wird sich das Bowling in den nächsten Jahren noch entwickeln?

Ich denke wir können nur etwas erreichen, wenn es uns gelingt, diesen Sport nach außen hin auch als Sport zu definieren. Dazu gehören Themen wie das Auftreten, die Regeln, Alkohol, Rauchen und Training, um hier nur einige Themen anzuschneiden. Wichtig ist an dieser Stelle meiner Meinung nach, wie wir unseren Sport Zuschauerfreundlich und Sponsorengerecht aufstellen können.

Es muss für den Beobachter interessant, einfach und verständlich sein. Das jetzige Ligasystem ist für den Besucher eines Bowling-Events nicht nachvollziehbar und undurchdringbar. An dieser Stelle sollten wir ansetzen und den Sport weiterentwickeln. Vielleicht brauchen wir auch andere Turnierformen, um unseren Sport attraktiver zu machen. Das sind elementaren Fragen, die wir unbedingt beantworten müssen. Wir wundern uns alle vier Jahre, warum Bowling nicht olympisch wird, wollen aber auch nichts verändern. Wenn wir nicht wissen, wo wir hin wollen, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir da ankommen, wo wir gar nicht hin wollten…

Was sind die drei schlimmsten Fehler, die man als Bowler machen kann?

Es gibt viele Dinge, die richtig und besser gemacht werden können. Es besteht der Irrglaube, sich Bowlingspielen selbst beibringen zu können. Dies funktioniert nur zu einem geringen Teil. Ich benötige kompetente Hilfe an meiner Seite und darf mich durch einzelne Spielergebnisse nicht aus der Bahn bringen lassen. Bowling ist ein Schnittsport. Also betrachte ich beispielsweise meinen Jahresschnitt: Spiele ich in einem Turnier weit über Schnitt, bin ich noch kein besserer Spieler. Spiele ich weit unter Schnitt, habe ich nicht gleich alles verlernt. Wichtig ist die Erfahrung und das Lernen aus den unterschiedlichen Situationen heraus. Das dauert Zeit und verlangt viel Intensivität. Training ist Arbeit, zeitintensiv und kostet manchmal viel Geduld und Nerven.

Ich brauche viel Selbstvertrauen, um meinen Weg zu gehen und vertrauensvolle Unterstützung, um den richtigen Weg zu gehen. „Zu wissen was man weiß und zu wissen was man tut – das ist Wissen“ so hat schon Konfuzius gesagt…

Weitere Informationen auch unter:
www.facebook.com/peter.neumann.18
www.facebook.com/ImpactBowlingCollege/?fref=ts
www.impact-college.jimdo.com

 

Zusammen mit den „Tropics Köln“ kämpfe ich um den Aufstieg in der Oberliga
Zusammen mit den „Tropics Köln“ kämpfe ich um den Aufstieg in der Oberliga
Auch als Schiedsrichter bin ich regelmäßig im Einsatz
Auch als Schiedsrichter bin ich regelmäßig im Einsatz
Seid stolz auf Eure Kinder und auf alle die ihnen etwas Gutes tun
Seid stolz auf Eure Kinder und auf alle die ihnen etwas Gutes tun
In Dinslaken möchte ich den Verein in seiner sportlichen Entwicklung unterstützen
In Dinslaken möchte ich den Verein in seiner sportlichen Entwicklung unterstützen
Interview mit unserem Trainer Peter Neumann